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Text: Nadine
[ 9. Dezember 2008 | Ein Kommentar ]

Jugendkultur. Ein schönes Wort und eine große, vor allem auch historische Bedeutung.

Darin steckt eine eigene Ideenwelt der Jugend, die sich abgrenzt, um durch den entstandenen Raum etwas Neues zu schaffen, den Staub abzuschütteln, zu bewegen und sich Gehör zu verschaffen.

Das Wort strahlt Hoffnung aus, Energie und Vorwärtsdrang und ein großes Gemeinschaftsgefühl.

Schließt man sich der öffentlichen Meinung über den kleinsten gemeinsamen Nenner unserer Jugend an, wird man bei den Begriffen Hedonismus, Konsum- und Ich-Orientierung landen.

Diese stellen kein Konzept dar, keine Ideen, keine gemeinsame Handlungsorientierung, sondern reinen Egozentrismus.

Auf der Suche nach einer großen Gemeinschaft wird man nicht fündig werden. Man wird über Möchtegern-Hippies stolpern, die durch Naivität versuchen die Zeit zurückzudrehen, über Punks, die weder wissen wogegen sie eigentlich rebellieren, noch was die eigentlichen Ideen ihrer Bewegung waren, über Goths, die sich von der Gesellschaft abkapseln, ohne überhaupt jemals etwas verändern zu wollen. Diese Bewegungen sind nicht neu, ihre Mitglieder wenden ihre Überzeugungen auf eine Zeit an, in die sie nicht passen, sie grenzen sich ab ohne revolutionäres Potential zu haben, das sie interessant machen könnte.

Des weiteren wird man unzählige Modeerscheinungen antreffen, die sich in wechselnden Mengenverhältnissen mischen und austauschen. Die einzige Gemeinsamkeit der einzelnen Trends ist ihre Musik und ihr Stil, auch hier sind keine gemeinsamen Ideen zu finden.

Der Grund dafür ist bekannt – scheinbar gibt es nichts, was noch auf höherer Ebene verbinden könnte, alles war schon da, nichts was man tut stellt wahre Rebellion dar. Wer tatsächlich glaubt sich von der Masse abzugrenzen hat die Welt, in der er lebt, nicht verstanden.

Das Ende der Jugendkultur, weil es keine „Jugend“ mehr gibt?

Keinesfalls. Wenn es nicht mehr möglich ist NICHT mitzuspielen, ist MITSPIELEN der einzige Ausweg.

Lasst uns das Spiel des Hedonismus, des Konsums und der Ich-Orientierung mit FAIREN Regeln spielen!

Mitmachen ist angesagt, um von der Mitte aus zu verändern.

Diesen Gedanken haben einige Trendschaffende in die Tat umgesetzt. Mode und Lifestyle werden auf wunderbare Weise mit Moral und Gewissen in Einklang gebracht.

Dov Charney in seinem American Apparel Store in LA

Dov Charney in seinem American Apparel Store in LA

Dov Charney, der Gründer von American Apparel wurde in Amerika zum Unternehmer des Jahres gekürt. Und dies für ein Konzept, das wirtschaftlichen und sozialen Erfolg vereint.

Und darin steckt kein Widerspruch! Ist DAS nicht die frohe Botschaft des 21ten Jahrhunderts?

Coole Klamotten, die für faire Löhne produziert werden, teilweise aus biologisch angebauten Rohstoffen.

Punkt.

http://americanapparel.net/

http://www.glore.de/

http://www.humanempire.com/

http://www.true-fashion.com/

Ein Kommentar »

  • johnnes meint:

    Ganz verstanden habe ich den Artikel zugegebenermaßen nicht, aber ich hoffe doch, dass nicht DAS die frohe Botschaft des Jahrunderts ist.
    Ein hohes Level an politischer Korrektheit? Pfft. Für mich ist die frohe Nachricht des Jahrunderts, dass das in einer absehbaren Zeit nicht mehr notwenig sein wird. Weil es die Menschheit dann gepackt hat. Auch in Nike-Klamotten.

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