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Text: Nadine
[ 9. Dezember 2008 | Ein Kommentar ]

Es fällt genauso schwer die Musik von Ratatat zu beschreiben wie ihre Lieder mitzusingen- außer vielleicht die Wildcat in Wildcat. Leidenschaftliche Instrumentennachsinger geraten bei melodiösen 70’s Gitarren und verschnörkeltem Synthie-Soundgewirr an ihre Grenzen.

Sanfte bis treibende Beats und wabernde, überraschende und einfallsreiche Arrangements überlagern sich und werden spielerisch in eine großartige Klangwelt eingebettet, der es nicht gebührt sie aufzudröseln und in ihre Einzelteile zu splitten.

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Vorläufer, Mitläufer oder Teilhaber eines neuen, Genre zusammenführenden Trends?

Auch wenn zeitgleich einige Rockbands mit Elektrobeats flirten und sich umgekehrt Popgedanken in zahlreiche Elektroheads schleichen- Ratatat hier einzuordnen würde ihrem Anspruch nicht gerecht. Die Musik ist nicht Kind ihrer Zeit, sie ist zeitlos- sie vermischt keine Genres, sie ist ein Genre- sie ist kein fertiges Statement- sondern eine Einladung sich von sphärischen Klängen einlullen, von bruzzelnden Beats massieren und von melodiösen Gitarren mitreißen zu lassen.

 Diese Einladung habe ich selbstverständlich dankend angenommen und mich am 3.12. nach Weinheim ins Café Central begeben. In lockerer Jugendzentrumsamtmosphäre – Kicker, Sofas und Bier – und bei toller Musik wartete ich gespannt auf das Konzert, auf das ich mich so lange gefreut hatte. Kurz vorher noch ein Stück Papiertaschentuch in die Ohren gestopft, da ich schon vor dem Sound gewarnt wurde, der einen wegblasen würde (O-Ton M.B.:„Das lauteste Konzert, auf dem ich je war“).

Das Papier nahm ich bald wieder raus.

Welch glücklicher Zufall für meine Ohren, welch Enttäuschung für meine Gehirn, das ordentlich durchgewalkt werden wollte: Der Sound war alles andere als laut!

Ich weiß nicht, ob es an der Akustik im Café Central lag oder an der Anlage, doch all die klaren, einen Arrangements, die verschrobenen Synthiespielereien wollten nicht so recht aus dem Soundbrei hervortreten. Die bruzzelnden Beats wurden nur lauwarm serviert.

Mike Stroud in Lieblings-Yogapose

Evan Mast, Mike Stroud

Überzeugt haben Bass und Gitarre, die von Mike Stroud und Evan Mast live eingespielt wurden.

Das Publikum war sofort auf der Seite der sympathischen New Yorker, dennoch entstanden vor allem zu Beginn unangenehme Pausen zwischen den Stücken, die einen wieder ein wenig von der erhabenen Stimmung während der Lieder herunter zogen. Es wollte sich kein rechter Fluss einstellen, selbst Wildcat war schnell vorbei und hinterließ keine großen Spuren.

Gegen Ende gewann die Atmosphäre allerdings deutlich an Intensität. Das Lechzen des Publikums nach Einheit und Kontinuität des Sounds wurde vor allem beim genialen Percussion-Übergang zu Mirando deutlich, das extatisch

Ratatat live in concert

gefeiert wurde, obwohl dies im Voraus nicht unbedingt zu erwarten war. Bei Seventeen Years wurde dem Bandnamen alle Ehre gemacht, die Beats wurden maschinengewehrtartig herausgepfeffert und ließen alle Beine tanzen.

Untermalt von passender Lightshow lieferten Ratatat ein gutes, befriedigendes und sympatisches Konzert. 

Eigentlich sollte jetzt kein „Aber“ im Raum schweben. Aber so ist das eben mit den hohen Erwartungen.

 

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Ratatat – Wildcat aus dem Album Classics
Ratatat – Mirando aus dem Album Lp3
Ratatat – Seventeen Years aus dem Album Ratatat

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Ein Kommentar »

  • Michael meint:

    atomic café > café central :|

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