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Vom beinahe wolkenlosen Himmel scheint die unbarmherzige Mittagssonne und taucht in Kombination mit der passenden Sonnenbrille alles in ein leicht verschwommenes, kräftig-dunkelgelb-goldenes Licht. Die langsam anrollenden Wellen umspülen immer wieder die ausgestreckten Beine und der feine Sand klebt in den noch feuchten Haaren. Die eiskalte Bierflasche in der linken Hand, verbreitet zusammen mit einer schwachen Brise, ein angenehmes, leicht kühles Gefühl im Körper. Vorsichtig dreht man den Kopf zur Seite und sieht seine Liebste mit bunt leuchtendem Wassereis über den glücklicherweise nicht zu überfüllten Strand näher kommen. Im Hintergrund springen einige Kinder, beobachtet von einzelnen Möwen, einem Ball hinterher – deren Geschrei dringt jedoch nur noch sehr schwach ans Ohr, denn aus den erhitzten Kopfhörern dröhnt in diesem kitschigen, aber trotzdem perfekten Moment das selbstbetitelte Debut der Beach Fossils.
Bei den schweißtreibenden Temperaturen in diesen Sommermonaten scheinen psychedelische Indie/Surf/Pop Bands wie das Gras aus dem Boden zu sprießen. Dies liegt sicherlich auch an der positiven Resonanz, die das Genre derzeit erfährt – sei es von denjenigen, die sich dem Alltags- und Berufsstress mit sommerlicher Träumermusik entziehen wollen oder denen, die schlichtweg die passende, musikalische Untermalung für ihren Sommerurlaub oder sowieso schon entspannten Lebensstil suchen. Auf dieser, am Surfrock der 60er Jahre orientierten, Erfolgswelle reiten momentan Hochkaräter (Real Estate, Kurt Vile), unnötig hochgelobte Bands (The Drums, Surfer Blood), punkige Garage-Auswüchse (Wavves, Best Coast), elektronisch angehauchte Psychedeliker (Ducktails, Julian Lynch) und eben auch vier Typen aus Brooklyn unter dem Namen Beach Fossils, welcher schon seit dem 7“ Release als kleiner Geheimtipp gilt.
Diesen Mai erschien nun pünktlich zum Sommeranfang das ersehnte, elf Lieder starke Debut. Und was soll man sagen? Selbst nach dem ungefähr fünfzigsten Durchlauf, verliert diese Scheibe kein bisschen an Reiz und macht noch immer so unglaublich viel Laune, dass jeder Versuch die unzähligen Ohrwurm-Passagen aus dem Kopf zu vertreiben schon im Ansatz scheitert. Wieso sollte man das auch wollen? Zugegeben, das Album und der spezielle Klang der Beach Fossils braucht bei dem einen oder anderen sicherlich ein bisschen Zeit, um Begeisterungsstürme auszulösen und musikalisch wird hier das Rad auch nicht neu erfunden, aber dennoch gelingt es mit einer Mischung aus flottem Post-Punk und einem an Real Estate angelehnten, entspannten lo-fi Indie, einen ganz eigenen, packenden Sound zu kreieren und zu keinem Zeitpunkt wie eine billige Kopie zu klingen. Eingängige, hallende, lockere Gitarrenmelodien, eine überlagerte, apathische Stimme und ein vorantreibender, tempogebender, lässiger Pop-Beat des Schlagzeugers sorgen für einen authentischen und unaufgesetzt wirkenden Klang. In Kombination mit den bildgewaltigen Texten lädt das Album zu einem ständigen, fröhlichen Tagträumen ein und man erwischt sich des Öfteren selbst dabei, wie man mit leerem Blick eine Wand angrinst. So fällt es beispielsweise nicht sonderlich schwer, sich schnellstens innerlich zu entspannen, wenn Dustin Payseur bei Lazy Day zu dieser unbekümmerten Melodie singt „the wind was blowing through our hair, as we lay down. And we could feel under our backs that the earth goes round. Lazy today, lazy tonight and later on – all we have to do is nothing at all under the sun”.
An diesem musikalischen Konzept wird während der gesamten 34 Minuten festgehalten – verrückte, psychedelische und sonstige Experimente bleiben großteils aus, aber dafür hat man ja bei den nächsten Alben noch genug Zeit – und so gelingt es den Fossilien scheinbar mühelos einen eigenen Stil zu festigen und ein erstes, dickes Ausrufezeichen zu setzen. Klarer Anwärter auf den Titel Sommeralbum 2010!
Abschließend noch ein nettes Video von einem der ruhigeren Songs der Platte: Window View














Juhuuuuu, es geht was!
und: schöner text!
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